Modell: Aktiver Spielerschutz

Fair ist es, wenn die 0,5 Prozent Prävention aus der Gewinnabgabe des Bruttospielertrags, in einen aktiven Spielerschutz investiert wird. So sind die Casinos die Konklusion los, Ihren besten Kunden ein Spielverbot zu verhängen. Die Prävention wird in diesem Modell mit einer aktiven und unabhängigen Expertengruppe organisiert, welche in den Casinos vor Ort operiert.

Ein aktiver Spielerschutz gilt dann auch bei privaten Pokerveranstaltungen und bei anderen Glückspielen. Lotto- oder Losverkäufe sind ebenfalls von diesem Vorschlag betroffen, welcher durch die Gemeinden, welche schlussendlich die Sozialhilfe für Spielsüchtige bereitstellen, reguliert wird.

Hierzu wäre jedoch eine Volksinitiative nötig.

Folgende Massnahmen trage zu einem sozial verträglichen Spielerschutz bei, ohne dass das jetzige Geschäft der Glückspielanbieter beeinträchtigt wird:

  • Registrierung sämtlicher Umsätze bei Glückspielen von in der Schweiz wohnhaften Personen mit einer monatlichen Freigrenze z.B. von Fr. 500.– . Dies gilt auch für Onlineangebote.
  • Über der Freigrenze ist eine «Spielerkarte» nötig, welche die Wohngemeinde die Verlustlimiten verwaltet. So kann die Gemeinde zum Beispiel nach vorhandenen finanziellen Gegebenheiten (wie die Steuererklärung) agieren. Sozialbezüger oder Steuerzahlungssäumer werden in Verantwortung der Wohngemeinde heraus reguliert.
  • Auf die Spielerkarte sind Spielgewinne verbucht, und die Limite dann ohne Einwirkung der Wohngemeinde, erhöht sich automatisch. Regulierte Auszahlungen im Rahmen der Geldwäsche werden abgebucht, respektive die Limite wieder nach unten angepasst.
  • Diese Regelung gilt nicht für Konsumenten welche nachweislich im Ausland wohnen. Eine Vereinbarung mit anderen Ländern mit einem Doppelbesteuerungsabkommen auf Spielgewinne ist wünschenswert.
  • Eventuell: Erhöhung des Betrages zur Glücksspielprävention auf 1% vom Bruttospielertrag der konzessionierten Glückspielunternehmen.

Spielerschutz eine Utopie ?

In meinen Diskussionen mit Casinoangestellten erscheinen folgendes Argument:

Das wäre das Ende der Casinos in der Schweiz!

Gegenfragen:

  • Warum ist ein ruinöser Schutz nicht schon heute installiert?
  • Warum kann ein Familienvater heute an einem Abend sein gesamtes Vermögen verspielen ?
  • Würdest Du es nicht besser finden, wenn Du die Klarheit hättest, dass sich durch Deine Arbeit niemand überschuldet?
  • Wie wäre es für Dich, wenn andere für Dich die Arbeit der direkten Spielprävention übernehmen würden?

Leider bis heute keine Antwort auf meine Fragen.

Cheers Martin Bertschi