Am 10. Juni 2018 stimmen wir über unsere Internetfreiheit ab – Nein zum neuen Geldspielgesetz

Die Politiker waren sich einig: «Unter anderem: Wegen der schnelleren Digitalisierung muss ein neues Geldspielgesetz her, weil viele Onlineglückspielanbieter aus dem Ausland sich in einer Grauzone bewegen». Dafür wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, welche das neue Geldspielgesetz formte. Darin waren überwiegend Mitglieder der Anbieter, oder Politiker, welche sich für die Casinos und Lotterien einsetzen, vertreten. Spieler wurden keine akzeptiert. Kein Wunder, dass sich diese Gruppe für ihre eigenen Anliegen stark machten.

Es wird mit dem neuen Geldspielgesetz übertrieben!

So wollen die Casinos einen digitalen Heimatschutz installieren,
wie es keine andere Branche bisher verlangt hat.

Und dies alles unter dem Deckmantel,
für das Gemeinwohl und der AHV.

Mit dem neuen Geldspielgesetz wird eine IP-Sperre bei ausländischen Online Glücksspielanbietern installiert, so dass die Hoheit für dieses neue Geschäft, bei den Schweizer Casinos liegt. Seriöse Onlineglücksanbieter wie Pokerstars, Partypoker, Bet365, Bwin u.v.a., würden dann keine Schweizer Kunden mehr akzeptieren und den Markt in der Schweiz aufgeben. Eine Umgehung der IP-Sperre würde also nichts nützen, weil diese seriösen Anbieter aus dem Ausland diese neue Schweizer Regelung akzeptieren würden und den Geldfluss ihrerseits unterbrechen.

Die Casinos reden etwa von einem zusätzlichen Gewinn 250 Millionen Schweizer Franken. Dies wären also etwa 25 Prozent der Gewinne der Schweizer Casinos, welche sie einfach noch zusätzlich einstreichen könnten. Davon gehen jedoch nur 51 Prozent der Casinogewinne direkt in die AHV, also zum Gemeinwohl.

Das neue Geldspielgesetz ist sehr einseitig konstruiert.

Es bevorteilt vor allem die Anbieter (Casinos, Lotterien und den Pokerverband,
welcher vor allem aus Anbietern besteht).

Unter dem Deckmantel des sozialen Gemeinwohls,
wollen die Casinos noch mehr den Konsumenten abzocken.

Das neue Geldspielgesetz überschreitet mit dieser IP-Sperre im Geschäftswesen eine Hemmschwelle, bei welcher jeder Onlineprodukte Verkäufer hellhörig werden kann: Theoretisch kann er ähnlich, den Casinos (mit der gleich starken Lobby), einen Produkteschutz für seinen Shop verlangen, und Konkurrenz aus dem Ausland aussperren. Dabei müsste er wegen mangelnden Anbieter nicht auf die Preise und seine Qualitäten als Betreiber achten. Es würden ja eh alle bei ihm kaufen oder im jetzigen Fall, bei den teuren Schweizer Casinos spielen.

Es wird da eine Grenze überschritten, welche die zukünftigen Freiheiten von jungen Schweizern beschneidet. Denn es sind SIE, welche sich online, zukünftig in dieser digitalen Welt bewegen werden. Wenn sie dies vermehrt in der kleinen Schweiz tun, haben sie, schon beim Onlinespiel gegenüber dem Ausland einen Nachteil: Sie können weniger gewinnen. Kleinere Jackpots, kleinere Teilnehmerfelder bei Pokerturnieren. Die Chance mit 50 Rappen Einsatz Millionär zu werden, ist dann nicht mehr da.

Falls dann noch mehr Branchen spezifische IP-Sperren installiert werden,
gelten diese Nachteile für andere Branchen ebenso.

Wie schon erwähnt ist das neue Geldspielgesetz sehr einseitig konstruiert. Es bevorteilt vor allem Anbieter (Casinos, Lotterien und den Pokerverband, welcher vor allem aus Anbietern besteht). Unter dem Deckmantel des sozialen Gemeinwohls wollen die Casinos noch mehr den Konsumenten abzocken.

Als Pokerspieler spiele ich über 20 Jahre semi-professionell erfolgreich Poker. Ich habe dank Poker meine schönsten Lebenserfahrungen gemacht und habe sehr viele Freunde dadurch gewonnen. Wegen Pokergewinnen im Ausland, habe ich etwa über eine Viertelmillion Franken an Steuern gezahlt. Mit dem neuen Geldspielgesetz wäre dies für mich und andere Pokerspieler nicht mehr möglich.

Wir bezeichnen Poker als strategisches Glücksspiel, bei welchem Erfahrung und Können gegenüber einem Anfänger erhebliche Vorteile mit sich bringt. Im Gegensatz zu Casinoglücksspielen (z.B. Roulette und Blackjack), muss man bei Poker in den meisten Fällen keinen Einsatz tätigen:

«Man bekommt zuerst Karten und kann dann setzen wenn man denkt, dass man gute Karten hat».

«Das ist ähnlich wie wenn bei Roulette man vorher weiss, wohin ungefähr die Kugel rollt.»

Pokerspieler spielen gegen reale Menschen und nicht gegen einen Bankvorteil welcher vom Casino vorgegeben ist. Es kommt auf die mentale Leistung, die Erfahrung und Menschenkenntnisse darauf an. Es kann wie eine Sportveranstaltung betrachtet werden, wo der beste oder ab und zu auch der glücklichere Spieler gewinnt.

«Daher wollen Casinos das Pokerspiel im Casino behalten, weil es die die einzige populäre Glücksspiel Veranstaltung ist, wo sich Spieler untereinander messen können».

Darum ein NEIN am 10. Juni 2018 zum neuen Geldspielgesetz:

  • IP-Sperren schränken die Freiheit vor allem bei jungen Schweizern ein
  • Ein aktiver Spielerschutz ist nicht vorgesehen. Die Casinos sollen weiterhin ihre besten Kunden sperren, was unglaubwürdig ist.
  • Seriöse ausländische Online Glücksspielanbieter wurden nicht gefragt, obwohl diese sehr wohl gegen eine Lizenz, Steuern in der Schweiz abliefern würden. In England funktioniert dies bestens!

Abstimmen ist wichtig

Jede Stimme zählt und es betrifft vor allem die jungen Stimmbürger. Es sind mehrheitlich die älteren Stimmberechtigten, welche das neue Geldspielgesetz wegen der AHV befürworten und den Casinos vertrauen. Diese machen über 60 Prozent aus, weil viele junge Stimmbürger nicht von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen.

Abstimmen geht übrigens brieflich in 3 Minuten und ist kostenlos:

  1. Abstimmungscouvert hinten vorsichtig aufreissen und auspacken (Achtung Couvert wird wiederverwendet)
  2. Abstimmungszettel zum neuen Geldspielgesetz mit NEIN eintragen
  3. Zettel zur Vollgeldinitiative auch noch mit JA oder NEIN nachreichen (Erklärung in der Wegleitung)
  4. Ausgefüllte Abstimmungszettel in das löchrige Stimmcouvert rein und verschliessen
  5. Stimmrechtsausweis unterschreiben
  6. Stimmcouvert und Stimmrechtsausweis ins grosse vorher geöffnete Abstimmungscouvert einfügen. Achtung: Adresse der Gemeinde muss im Sichtfenster ersichtlich sein
  7. Gleich zum nächsten Briefkasten bringen. Übrigens muss da Stimmcouvert nicht frankiert werden.

Gute Karten und Cheers!

Martin Bertschi
Pokerspieler

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Weiterführende Links:

– Übersicht der Geschäfte im Parlament bezüglich des Geldspielgesetzes (PDF)

Unmoralische Angebote der Casinos – NAU.ch

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